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18.06.2017 - Johanniskraut oder Jakobskreuzkraut?

 
Johannis- oder Jakobskreuzkraut?
Johannis- oder Jakobskreuzkraut, der Unterschied kann tödlich sein

Johanniskraut oder Jakobskreuzkraut?
Vorsicht: Heil- und Giftpflanze werden schnell verwechselt und das kann zum Tode führen!
In den Verbandsgemeinden blühen schon jetzt an sehr vielen Stellen, das Jakobskreuzkraut und das Johanniskraut in gelber Eintracht. So kommt eine Verwechslung schon des Öfteren vor, und das kann tödlich sein, so Rolf Koch, Umweltbeauftragter der Verbandsgemeinde Westerburg. Der Name Johanniskraut (Hypericum perforatum) verweist auf die Blütezeit der Pflanzen, den Johannistag am 24.Juni, den Tag der Sommersonnenwende. Von daher ranken sich viele Legenden um die Pflanze, der auch magische Beziehungen zugeordnet wurden. Schon im Mittelalter benutzte man das Johanniskraut als Hilfe gegen den Wahnsinn; man glaubte damals ja, der Teufel sei in jemanden gefahren. Schon Paracelsus war ein großer Verehrer der gelb blühenden Heilpflanze "Johanniskaut"

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Durch den Farbstoff Hypericin in den orangegelben Blütenblättern und auch in den Stengelblättern, die im Licht wegen ihrer Öldrüsen-Behälter wie durchlöchert aussehen, kam man auf das Symbol des Blutes: Die austretende rote Farbe sei das vergossene Blut Christi. Oder die Pflanze habe nach der Enthauptung Johannes des Täufers die rote Farbe bekommen. Erst im 18. Jahrhundert entdeckte man auch die nervenstärkende Wirkung. Wissenschaftliche Untersuchungen bestätigten die Wirksamkeit des Krautes. Es gibt eine Unmenge von Rezepten über die Verwendung der Pflanze, so Rolf Koch, aber eine Verwechslung kann eine schwere Vergiftung zur Folge haben, oft mit Todesfolge.
Das Johanniskraut ist häufig an Wegesrändern und trockenen sonnigen Standorten zu finden. Allgemein ist es eine Pflanze offener Flächen und wächst nicht in tiefem Schatten.
Aufgrund der Verwendung als Heilpflanze wird Johanniskraut landwirtschaftlich angebaut. Gleichzeitig ist es im Übrigen, landwirtschaftlichen Anbau ein unerwünschtes Unkraut. Weidetiere, die vom Johanniskraut fressen, zeigen eine erhöhte Empfindlichkeit gegenüber Sonnenlicht und Nervenstörungen; bei hohen Dosen verenden sie.

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Das Jakobskreuzkraut oder auch Jakobs-Greiskraut (Senecio jacobaea) genannt. Das Jakobskreuzkraut enthält Pyrrolizidinalkaloide, die schwer leberschädigend sind und auch in getrockneter Form oder in der Silage eine tödliche Gefahr sein können. 
Am gefährlichsten ist das Jakobskreuzkraut für Pferde und Rinder, gefolgt von Schafen und Ziegen. Auch kann das Toxin in die Milch oder den Honig gelangen, wenn Kühe die Pflanze fressen oder Bienen den Nektar des Kreuzkrauts sammeln.
 Es ist also wichtig, das Jakobskreuzkraut sicher zu erkennen. 
Das Jakobskreuzkraut blüht um Jacobi, also um den 25. Juli herum. Es ist also genügend Zeit, die Pflanze auf Weiden und am Wegesrand noch zu erkennen und auszureißen. Das ist wichtig, weil die Pflanze zur Zeit der Blüte am giftigsten ist. Nach der Blüte verteilt sie ihren Samen mit dem Wind. Dabei können einige wenige Pflanzen sehr schnell eine ganze Weide befallen. Wegen der derzeit viel beschriebenen Gesundheitsgefahr des giftigen Jakobskreuzkrauts besteht aber kein Grund zur Panik. Zwar produziert der gelb blühende Korbblütler Pyrrolizidinalkaloide, die in geringen Mengen langfristig Leberkrebs auslösen und kurzfristig in großen Mengen zu Leberschäden führen können. Dennoch stellen vereinzelte auf Wiesen und Feldern wachsende Pflanzen keine gesundheitliche Bedrohung dar. Vielmehr kommt es auf die Dauer und die Menge der Einnahme an, wofür das Gewächs erst einmal in die Nahrung der Menschen gelangen muss. Sobald die Blüten da sind, rühren die Tiere sie nicht mehr an.
Vom Krautgift gesundheitlich betroffen sind derzeit vor allem Pferde. Über 100 Todesfälle gab es bislang schon in Deutschland. Das hier heimische Kraut hat sich in den letzten Jahren stark ausgebreitet, was unter anderem an dem Herbizid-Verbot liegen soll. Mancherorts wächst das Kraut bereits in Monokulturen.
Das Jakobskreuzkraut gehört zu den vielen giftstoffhaltigen Pflanzen unserer Region, wie Eisenhut, Fingerhut, Maiglöckchen usw. Hier ist jeder Grundstückeigentümer, Gartenbesitzer, Viehhalter, Pferdezüchter oder Imker selbst für die Bekämpfung verantwortlich!

Rolf Koch
Beauftragter für Umwelt- und Naturschutz

 


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